Wie kann ich dem entgegenwirken, wenn ich schon vorher weiß, daß eine Mannschaft keine Lust auf mich hat?

Dieser Umstand wird sicherlich nur in größeren Vereinen auftauchen, bei der die Spieler im Jugendbereich jedes Jahr einen neuen Trainer bekommen. Aber auch in kleineren Vereinen, die die einzelnen Jahrgänge mit festen Trainern bestückt haben, kann das ein Thema werden. Zunächst einmal sollte jedem klar sein, daß im Vorfeld sehr viel geredet wird und sich sehr viele Vorurteile im Umlauf befinden. Dem kann man eigentlich als Betroffener sehr wenig entgegensetzen. Ein Gespräch im Vorfeld wird oftmals durch den derzeitigen Trainer als störend empfunden. Bis man die Spieler dann aber übernimmt, kann es bereits zu spät sein, weil sich die Unlust fest ins Gehirn der Spieler eingebrannt haben kann. Dennoch kann man sie durch ehrliche Arbeit und anständiges, faires Verhalten davon überzeugen, daß es sich nur um ein Vorurteil gehandelt hat.

Es kann durch dieses Denken aber auch vorkommen, daß sich einzelne Spieler abmelden. Diese wird man als Trainer nur halten können, wenn man sie in einem persönlichen Gespräch dazu befragt, warum sie keine Lust (mehr) haben. Es ist natürlich zwingende Voraussetzung, daß man von diesem Denken des Spielers weiß. Leider ist es nunmal so, daß weder Spieler noch Eltern offen und ehrlich mit dem Trainer sprechen.

Man hat – wie immer im Leben – mehrere Möglichkeiten darauf zu reagieren. Ich persönlich sehe insgesamt drei:

  1. Sich nichts anmerken lassen und die Saison mit den „Querdenkern“ durchziehen. Dabei kann man hoffen, daß sich die Einstellung der Spieler / Eltern im Laufe der Saison ändert. Das sollte so schnell wie möglich passieren. Die Gefahr besteht in dieser Möglichkeit darin, daß man durch die Denkweise der Spieler sehr schnell durch mangelnde Motivation und Einsatzbereitschaft ins Hintertreffen, d. h. den Tabellenkeller, gerät.
  2. Die Spieler aussortieren (oder in eine tiefere Mannschaft geben), die lustlos sind. Sollte es sich allerdings um eine gut funktionierende Mannschaft handeln, kommt man durch diese unpopuläre Maßnahme sehr schnell in Erklärungsnot. Das wird dann der Fall sein, wenn die neu zusammengestellte Mannschaft eben nicht erfolgreich spielt und sich dann jeder (auch die Verantwortlichen des Vereins) fragen wird, warum man eine gut funktionierende Mannschaft zerschlagen hat. Auf der anderen Seite wird es einem sehr schwer fallen (vor allen Dingen in kleineren Vereinen), geeignete und adäquate Ersatzspieler zu finden, um trotzdem erfolgreich zu sein.
  3. Als letzte Möglichkeit bleibt nur, den Verein zu verlassen, um dem Problem aus dem Weg zu gehen.

Normalerweise sollte die letzte Möglichkeit natürlich die Ultima Ratio sein, denn wer läßt sich durch andere die Lust am Hobby nehmen?

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