Fußball in der Halle

geschätzte Lesezeit: 3 Minuten, 10 Sekunden


Vorbemerkungen

Das Spiel in der Halle – da sind wir uns alle einig – bereitet den weitaus meisten Spaß und beinhaltet die größte körperliche Belastung. Es dient aber auch zur Motivation und Schulung individualtaktischer und gruppentaktischer Elemente. Hier kann man durch viele Ballkontakte und Dribblings das eigene Selbstbewußtsein enorm steigern. Darüber hinaus wird die Fitneß durch kurze Belastungszeiten und lange Erholungsphasen stabilisiert.

Man sollte jedoch vermeiden, das Spiel vom großen Platz draußen in die Halle zu übertragen.

taktische Formation

Zunächst einmal sollte man sich vor einem Hallenturnier darüber im klaren sein, in welcher Formation man antreten möchte. Das Feld ist vielfältig. So kann man u. a. bei vier Feldspielern mit 1:3 spielen, d. h. ein Spieler “hinten” und drei Spieler “vorne”, wobei es Abwehr und Angriff in der Halle aufgrund der kurzen Wege eigentlich nicht gegen kann. Die zweite Möglichkeit wäre ein 2:2 oder aber ein 1:2:1, was die wohl gebräuchlichste Form darstellt.

Anordnung der Spieler

Grundsätzlich gilt folgendes: In der Halle spielen Rechtsfüßer auf der linken und Linksfüßer auf der rechten Seite. Warum? Ganz einfach: Neben der besseren Möglichkeit, zu einem Torschuß zu kommen, bietet diese Lösung noch weitere Vorteile.

  • Viele Bälle an der Bande werden mit Blickrichtung zum Tor angenommen. Läuft der Spieler diesen Bällen entgegen, spielt er den Rückpaß mit seinem starken Fuß. Gleichzeitig hat er immer den Körper zwischen Ball und Gegner.
  • Beim Spiel nach vorne wird vom Linksfuß auf rechts und umgekehrt leichter die Bande mit dem stärkeren Fuß zum Doppelpaß verwendet als umgekehrt.
  • Die Verteidiger, z. B. der rechte mit dem rechten Fuß nach außen, stehen dem Gegenspieler so gegenüber, daß ein Rechtsfuß auf links leicht an dessen schwächerer Seite nach innen vorbeidribbeln und schießen kann.
  • Beim Dribbling von den Außenpositionen nach innen wird der Ball mit dem stärkeren Fuß geführt. Wieder ist der Körper zwischen Ball und Gegner.
  • Bei einem Grätschen eines Verteidigers, um einen Torschuß abzublocken, was manchmal jedoch abgepfiffen wird, löst dieser die Aufgabe mit seinem starken Fuß weitaus besser als mit dem schwachen.
  • Gleichzeitig verringert sich die Verletzungsgefahr, weil die Spieler nicht mehr an der Bande zum Grätschen ansetzen, weil ihr starker Fuß ja der Innenseite zugewandt ist.
  • Bereits nach sehr kurzer Zeit akzeptieren die Spieler diese Anordnung und übertragen das evtl. auch auf das Spiel im Freien.

Wann sollte ich auswechseln?

Grundsätzlich gilt: kurze hohe Belastung, angemessene Erholungsphase.

Darüber hinaus sollte man folgende Dinge beherzigen:

  • Spätestens nach zwei Minuten wird gewechselt.
  • Es beginnt immer die stärkste Mannschaft.
    Der Gegner wechselt der Erfahrung nach immer nach ca. 5 – 6 Minuten, so daß die eigene starke Formation in der schwächsten Phase des Gegners (kurz vor dessen Auswechseln; Spieler sind ermüdet) wieder ausgeruht auf dem Platz steht.
  • Die eigene schwächere Formation spielt dadurch dann gegen die zweite Formation des Gegners. Hier soll die eigene Mannschaft lediglich die Truppe des Gegners ermüden, so daß wiederum die eigene starke Gruppe denn gegen einen geschwächten Gegner zuschlagen kann.

Bei durchschnittlich zehn Minuten Spielzeit sieht dann die Verteilung der einzelnen Auswechselgruppen wie folgt aus, wenn man berücksichtigt, daß der Gegner nur einmal nach der Hälfte der Spielzeit wechselt, wobei die “*” die körperliche Fitneß, die bei zweiminütiger Erholung nach zwei Minuten Spielzeit wieder voll hergestellt wird, ausdrücken sollen. Nimmt man nun noch die zu erwartende fehlende technische Fertigkeit bei der 2. Formation des Gegners gegenüber der ersten hinzu, so sollte man also immer überlegen sein.

Zeit eigene Mannschaft Gegner
2 Min. stark
(***)
1. Formation
(***)
4 Min. schwach
(***)
1. Formation
(**)
6 Min. stark
(***)
1. Formation
(*)
8 Min. schwach
(***)
2. Formation
(***)
10 Min. stark
(***)
2. Formation
(**)

spielerisches Verhalten

Der Gegner wird nicht direkt an dessen Tor angegriffen, was zwar zunächst zu vielen eigenen Ballgewinnen führen kann, aber auch dazu, daß der Gegner dies erkennt und dann mit allen Spielern stets vor dem eigenen Tor stehenbleibt. Angreifen sollte man frühestens kurz vor der Mittellinie in der Hälfte des Gegners.

Wird ein Ball in der eigenen Verteidigung erobert, so sollte einer der Spieler den Ball auf den fast an der Mittellinie stehenden “Stürmer” spielen, der dann mit dem Ball sofort nach außen geht, um den Weg für die nachrückenden Spieler in der Mitte freizumachen. Von hier spielt er einen Ball in die Mitte, wo dann bereits die eigenen verbleibenden Spieler einschußbereit stehen. Sollte der “Stürmer” jedoch freie Bahn zum gegnerischen Tor haben, so sollte er dies nach Möglichkeit auch nutzen.

Ab der Mittellinie sollte generell, d. h. nicht bei Kontern wie oben beschrieben, der Weg des Mannes mit Ball zum Tor führen. Das Abspiel geht immer nach außen.

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