Pressing

Moderne Abwehrsysteme sind durch die Verengung des Spiel- und Handlungsraums des jeweils ballbesitzenden Angreifers gekennzeichnet, indem er in Überzahl bekämpft wird. Gleichzeitig soll sein Abspiel auf in Ballnähe befindliche Mitspieler durch enge Deckung dieser Spieler verhindert werden. Die „optische“ Verkürzung des Spielfeldes erfolgt durch eine Tiefenstaffelung des Mannschaftsverbandes (Tiefe maximal 40 Meter).

Pressing nennt man den geplanten Versuch des Mannschaftsverbandes, die gerade beschriebenen Zielsetzungen zu erreichen. Pressing ist zwar nicht an ein bestimmtes Deckungs- oder Spielsystem (Raum- oder Manndeckung, 3-5-2 oder 4-4-2 usw.) gebunden, die richtigen Laufwege sind in einer Spielkonzeption ohne Libero allerdings übersichtlicher und somit leichter zu vermitteln: Hier werden alle Spieler für die Notwendigkeit mannschaftstaktischen (Defensiv-)Verhaltens sensibilisiert.

Deshalb sollte man seinen Spielern zunächst die Einsicht vermitteln, daß Pressing eine mannschaftliche Verteidigungsform ist, an der sich folglich alle, auch der ballentfernteste Akteur, durch Staffelung in Tiefe und Breite beteiligen müssen, um weder einen Paß noch ein Dribbling des ballführenden Spielers zuzulassen.

Pressingformen

Wir unterscheiden drei Formen des Pressings, wozu das Spielfeld gedanklich in drei Zonen aufgeteilt wird, von denen sich jeweils zwei überschneiden. Die Einteilung des Spielfeldes in Zonen ist eine Orientierungshilfe für mannschaftstaktische Abstimmungen. Gleichwohl sind die Zonen keinen starren, sondern flexible Spielfeldbereiche. Ebenso sind die Grenzen zwischen den Pressingformen fließend:

  • Zone 1: Abwehrpressing
    • von der Mittellinie bis ca. 20 m vor das eigene Tor
    • Zurückziehen aller Spieler in die eigene Hälfte
  • Zone 2: Mittelfeldpressing
    • mittleres Spielfelddrittel (Länge: 30 bis 40 m)
    • gegnerischer Angriff wird durch die Stürmer ca. 15 m jenseits der Mittellinie erwartet
    • Abwehrreihe befindet sich ca. 30 m vor dem eigenen Tor
    • Beim Spiel des Gegners in die Zone, wird sofort versucht, in Ballnähe Überzahlsituationen herzustellen.
    • Evtl. fürt das Vorrücken des gesamten Mannschaftsverbandes zum Forechecking.
  • Zone 3: Forechecking
    • von der Mittellinie bis zur gegnerischen Grundlinie
    • Alle Spieler rücken in die gegnerische Hälfte auf.

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