Der Problemspieler

Oftmals werden Spieler als „Problemspieler“ bezeichnet. Die Ursachen dafür können verschiedener Natur sein. Generell ist es wohl so, dass bei Spielern, die sich nicht in die Mannschaft integrieren können, Schwierigkeiten vorhanden sind. Häufig handelt es sich bei diesen „Problemspielern“ um leistungsstarke Spieler, die aber nicht richtig in die Mannschaft passen. Zudem übernimmt ein solcher oft die Rolle des Sündenbocks oder Prügelknaben. Dadurch dient er der Gleichgewichtserhaltung innerhalb der Mannschaft. Wenn er aus der Mannschaft ausscheidet, dann übernimmt ein anderer seine Rolle. Die Frage, die man sich als Trainer stellen muss, ist die, ob der Spieler diese Rolle durch bestimmte Umstände erhalten hat oder ob er sie einnehmen will. Viele Spieler gelangen erst zu voller Leistungsstärke, wenn sie provoziert werden.

Ein Spieler erweist sich dann als Problemspieler, wenn er im allgemeinen nicht bereit oder in der Lage ist, die eigentlich möglichen Leistungen in die Mannschaft einzubringen. Dafür kann es persönliche Gründe geben oder gestörte Beziehungen zu Mannschaftskameraden oder zum Trainer. Darüber hinaus gibt es noch vielfältige weitere Ursachen für das Erscheinungsbild:

  • Der Spieler zeigt keinen Einsatz und / oder ist trainingsfaul.
  • Unter- / Überforderung des Spielers
  • Die Ziele des Spielers und der Mannschaft stimmen nicht überein.
  • Persönliche Antipathie (oder in höheren Klassen materielle Überlegungen) führen zur Ablehnung, wobei das Motiv, für die Mannschaft etwas zu leisten, noch vorhanden ist.
  • Abweichen der Motive nach außersportlichen Kontakten oder zum Spielen von denen der Mannschaft
  • Der Spieler fühlt sich durch den Trainer ungerecht bzw. nicht leistungsgerecht behandelt.
  • Der Spieler zeigt auffälliges und / oder provozierendes Verhalten, damit er um jeden Preis auffällt (evtl. überzogenes Anerkennungsbedürfnis, dessen Ursache in einem starken, unbewussten Minderwertigkeitsgefühl liegen kann).

Der Star der Mannschaft ragt über das Mittelmaß der Mannschaft durch Talent und Leistungsfähigkeit hinaus. Auch er kann, wenn er eine unreife Persönlichkeit hat, einige Verhaltensweisen an den Tag legen:

  • mangelnde Trainingsbereitschaft
  • eigene Gütemaßstäbe dominieren (Galeriespieler)
  • geringe Disziplin („Manche Dinge habe ich nicht nötig!)
  • fühlt sich unterfordert
  • Sein persönlicher Erfolg wird so hoch eingeschätzt, dass die Leistungen der anderen eine untergeordnete Rolle spielen.
  • Der Spieler gibt sich mit wenigen guten Aktionen zufrieden.
  • Zusatztraining ist für ihn überflüssig.
  • Er hält sich für unersetzbar.
  • persönliche Fehleinschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit
  • geringere Motivation als die anderen Mannschaftsmitglieder

Doch wie kann man als Trainer nun auf einen solchen Spieler einwirken? Im Vordergrund sollte zunächst einmal stehen, die Ursachen der Konflikte aufzudecken. Welche Art von persönlichen Konflikten liegen überhaupt vor? Wie treten diese mit den Mitspielern und dem Trainer auf? Gibt es Verhaltensweisen, die besonders auffällig sind? Um diese Fragen beantworten zu können, bedarf es eines Grundwissen bezüglich der Konflikterkennung und -lösung. Um nun zu versuchen, einen Problemspieler zu ändern, gibt es diverse Möglichkeiten: Zunächst sollte man verdeutlichen, welche Erwartungen die Mannschaft an den Spieler stellt. Dabei geht es um Mannschaftseinordnung (z. B. Vorbildfunktion) und die Leistungsbereitschaft. Dazu kann man die Einstellungen der Mannschaft und die des Spielers gegenüberstellen und dabei negative Effekte aufzeigen. Die Verantwortung gegenüber der Mannschaft sollte hervorgehoben werden. Natürlich sollte man Verständnis für die Konflikte und Probleme des Spielers zeigen. Dann wird man Lösungen finden, die auch den Spieler zufriedenstellen. Wenn man seine Leistungen anerkennt, aber deutlich macht, dass sie auch nur durch die Unterstützung der Mitspieler möglich ist, wird das jeder einigermaßen intelligente Spieler verstehen. Erst als allerletzte Maßnahme sollte man zu einer (kurz- oder langfristigen) Suspendierung greifen. Das Verhalten des Problemspielers kann nur in kleinen Schritten und nicht durch einschneidende Maßnahmen geändert werden.