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Wie ist das Kniegelenk aufgebaut?
Ein richtiges Bewußtsein darüber, wie der Körper aufgebaut ist, ermöglicht es, Schädigungen zu
verstehen. So verhält es sich auch beim Kniegelenk. Im Kniegelenk bewegt sich der Oberschenkelknochen (Femur) mit dem
Unterschenkelknochen, dem Schienbein (Tibia). Der zweite Unterschenkelknochen, das Wadenbein (Fibula) gehört nicht zum
Kniegelenk.
Im Inneren des Knies
Die Gelenkflächen an den Knochenenden sind mit Knorpel überzogen. Dadurch ergibt sich ein glattes, sanftes
Bewegen der Knochen gegeneinander. Die Gelenkfläche des Oberschenkels, bestehend aus innerer und äußerer
Knierolle, ist gewölbt. Im Gegensatz dazu sind die Gelenkflächen des Unterschenkels am Schienbeinkopf etwas
gemuldet. Die an den Rändern entstehenden Hohlräume werden durch die Menisken (innerer und äußerer
Meniskus) ausgefüllt. Es handelt sich dabei um keil- bzw. halbmondförmige Knorpelscheiben. Diese Menisken haben
für die Bewegung und Belastung des Kniegelenkes eine führende Wirkung und als "Dämpfer" eine Pufferwirkung.
Ein dritter Knochen, die Kniescheibe (Patella), gehört ebenfalls zum Kniegelenk und bildet mit einer Gelenkfläche
am Oberschenkel gewissermaßen ein weiteres Gelenk. Die Kniescheibe gleitet bei jeder Beugung und Streckung des
Kniegelenkes nach unten bzw. nach oben. Die Patella ist in die Sehne des Oberschenkelstreckmuskels eingelassen, die an
einem Vorsprung am Schienbein verankert ist.
Die Muskulatur und die Bänder des Knies
Für die feste und exakte Führung des Kniegelenkes sorgen die Bänder. Es gibt ein inneres und ein
äußeres Seitenband sowie zwei Kreuzbänder, ein vorderes und ein hinteres Kreuzband, die im Gelenk liegen.
Dieser Bandapparat sorgt bei den Bewegungen des Kniegelenkes im Zusammenspiel mit der Muskulatur für die richtige
Führung und den festen Halt. Voraussetzung dafür ist eine kräftige Muskulatur.
Die drei Abschnitte des Gelenks
Das Kniegelenk ist ein sogenanntes Kondylengelenk. Es wird in drei Gelenkabschnitte eingeteilt. Diese Einteilung ist
sinnvoll, weil bei Erkrankung eines Gelenkabschnittes auch nur ein einzelner Gelenkabschnitt durch ein Kunstgelenk ersetzt
werden muss. Der innere Gelenkabschnitt liegt zwischen der inneren Oberschenkelrolle und dem inneren Schienbeinkopf mit dem
Innenmeniskus. Der äußere Gelenkabschnitt liegt zwischen äußerer Oberschenkelrolle und
äußerem Schienbeinkopf mit dem Außenmeniskus.
(Dieser Artikel stammt von Johnson & Johnson Medical Products GmbH, A-1190 Wien, Gunoldstraße 16)

Das Kniegelenk ist auch - wie alle Gelenke - von einer Gelenkkapsel umhüllt. Diese Gelenkkapsel besteht aus zwei
Teilen, einer straffen Gelenkkapsel, die das Gelenk insgesamt schützt, und einer zarten, inneren Gelenkkapsel
(Synovia), welche die Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) produziert, die den Knorpel hauptsächlich
ernährt und die Reibungskräfte mindert.
Der vordere Gelenkabschnitt liegt zwischen der Rückseite der Kniescheibe und dem Gleitlager am Oberschenkel. Beim
Bewegungsablauf des Kniegelenkes, d.h. beim Beugen und Strecken, handelt es sich nicht um eine reine Scharnierbewegung,
sondern um eine Rollgleitbewegung des Oberschenkels auf dem Unterschenkel.
Jede Schädigung einer oder mehrerer Strukturen des Kniegelenkes kann zu einer Störung des Gleichgewichtes
führen und somit einen Gelenkverschleiß (=Arthrose) auslösen.